In den Dimensionen des WEB3 mittlerweile eine altbekannte und nicht mehr wirklich neue Form der Tokenisierung von Dingen und stets assoziiert mit und genutzt auf dem Kunstmarkt. Ein Blockchain-Eintrag als unzerstörbares Unikat, von den Fans gleichgestellt mit einem originalen Picasso, Monet oder anderen großen Kunstwerken. So kommt es, dass zwischenzeitlich Pixel-Bilder von Affenköpfen und andere Werke im Stil der 80er-Jahre-Computergrafiken für mehrere Millionen Dollar den Besitzer gewechselt haben.

All das läuft unter dem Begriff des Kunsthandels. Zumindest wird so darüber berichtet. Worüber allerdings kaum geschrieben wird, zumindest nicht in den plakativen Mainstream-Medien, ist die derzeit schwelende Diskussion, ob der Kauf und Verkauf von NFTs Wertpapierhandel ist, oder mit dem Kunsthandel gleichgesetzt werden muss. Fakt ist, dass ein NFT auf der selben Technologie basiert, wie ein Coin einer Kryptowährung. Einziger Unterschied: Der Coin ist vielfach vorhanden und hat einen allen Coins gleichen zugewiesenen Wert, der NFT ist einmalig und hat nur einen imaginären Wert, der dadurch ermittelt wird, wieviel der Käufer bereit ist dafür zu zahlen.

Betreibt eine Plattform für NFTs jetzt Wertpapierhandel und ist erlaubnispflichtig im Sinne der Bestimmungen der BaFIN oder ist es letztlich nur ein normaler Gewerbebetrieb, der sich mit Kunsthandel beschäftigt?

Der Gesetzgeber hat den Katalog des §1 Abs. 11 KWG mal eben um den Begriff „Kryptowerte“ erweitert, ohne dies näher einzugrenzen oder zu definieren, und ist damit über das originäre Ziel der dieser Änderung zugrunde liegenden EU-Richtlinie hinausgeschossen. Bewusst? Oder nur mittels Nicht- oder Halbwissen der Beteiligten? Wieder mal eine klassische „Nicht-zu-ende-gedacht“-Thematik, die für spannende Nachwehen sorgen wird?

Es scheint eine Frage in der immer mehr verschwimmenden Welt zwischen klassischem Geschäft und Digitalisierung, die vermutlich nicht so einfach zu lösen ist. Oder doch? Was ist Deine Meinung? Muss der NFT an der Technologie bewertet werden oder an der Nutzung? Ist es Wertpapier- oder Kunsthandel?

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Hierzu wird es in der näheren Zukunft sicher noch spannende Debatten geben.