Programmierung ist oftmals ein komplexer Prozess und deshalb aufwendig. Bevor man aber sofort bei einem neuen Projekt mit der Softwareentwicklung beginnt, sollte sowohl die Idee als auch die Anforderungen ausführlich evaluiert sein. Der geneigte Leser denkt sich jetzt wahrscheinlich, dass dies ja wohl selbstverständlich ist, aber Fälle in der Praxis zeigen immer wieder, dass dies hier noch oft Verbesserungspotenzial schlummert. 

Der perfekte Lösungsansatz hierbei ist das Prototyping und der Aufbau eines Klickdummies. Durch visuelle Darstellung hilft dieser etwas Essenzielles an der Idee festzustellen: Macht mein angedachtes Produkt als MVP überhaupt Sinn und überzeugt es die Stakeholder? Also der Personenkreis der potenziellen Investoren, Kunden oder Mitarbeiter?

Zuallererst muss man sich aber bei einem Klickdummy klar machen, was das eigentliche Ziel ist. Was soll erreicht werden? 

Beispielsweise könnte dies sein:

  • Idee verkaufen
  • Nutzertest mit der Zielgruppe
  • Proof of Concept für das Team/Abteilung
  • Evaluierung der Konzeptes mit dem Development bzw. UX/UI-Team

Case-Study: Investor Pitch

Im Kontext des Inkubators möchte ich hier als Beispiel auf den Investor Pitch eingehen. Was muss hierfür beachtet werden?

  • Lieber weniger Funktionen im Prototyp detailliert umsetzen, als viele Funktionen oberflächlich andeuten. Hier hilft das Pareto-Prinzip: Die Konzentration liegt auf den 20 Prozent der Funktionalitäten, die der Nutzer in den 80% seiner Zeit nutzen wird.
  • User Scenarios: Diese helfen zielgerichtet einen möglichen Navigationsweg zu gestalten und nicht die offensichtlichen Screens, die man im Kopf hat. Beispiel: “Brunnhilde, 43 Jahre alt, möchte ein exklusives Luxushotel in den schweizer Alpen buchen. Sie verwendet dazu erst die Suche [Anwendung] nach guten Hotels und prüft dann die angeschlossene interaktive Karte des Hotels nach nahen Wanderwegen.”
  • Der Detaillierungsgrad der Ausarbeitung sollte “High Fidelity” sein, also feingranular und grafisch sehr hochwertig.
  • Jetzt lohnt sich auch schon den “Aha”-Moment in Lösung einzubauen. Dieser soll die Kunden begeistern. (Simple Überlegung: Welcher Mehrwert bringt es dem User z.B. JETZT ein Abo abzuschließen?)

Fazit: Das Prototyping mit einem Klick Dummy ist als Schritt vor der Umsetzung und Programmierung eine perfekte Vorgehensweise. Damit kann eine Idee getestet und präsentiert werden, bevor es in die Entwicklung geht. Zuallererst muss man sich allerdings bewusst machen, welche Zielsetzung und Umfang der Prototyp hat, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Mit diesem Ansatz lässt sich eine Softwareprojekt umsetzen, dass weniger Kommunikationsschwierigkeiten, aber dafür umso mehr durch klare Anforderungen ein gelungenes Endergebnis liefert.